Die durchschnittliche Größe von Schuldscheindarlehen schwankt seit einigen Jahren von Quartal zu Quartal sehr stark. Die Durchschnittsgröße wird mittlerweile stark von sehr großen Emissionen beeinflusst und nicht so sehr von der Anzahl der Deals. So wurden etwa im ersten Quartal 2017 im Schnitt 170 Millionen Euro pro Schuldscheinemission erlöst, im Quartal darauf nur 32,5 Millionen Euro. Im gesamten Jahr 2017 wurden 137 bekannte Deals mit einem Volumen von 24,4 Milliarden Euro begeben, was ein durchschnittliches Volumen von 178 Millionen ergibt. Die drei größten Deals 2017 waren jeweils über eine Milliarde Euro groß (KION Group AG, Kaufland Dienstleistung GmbH & Co KG sowie Fresenius SE & Co KGaA). Die kleinsten bekannten Schuldscheinemissionen waren mit 10 Millionen Euro von Globe Trade Centre SA, 12 Millionen von VISTA Reihenhaus GmbH und ebenfalls 12 Millionen von Phoenix Mecano AG.

Im Jahr 2018 betrug das durchschnittliche Emissionsvolumen 147 Millionen Euro, bei einer Anzahl von 173 bekannten Emissionen und einem Gesamtvolumen von 25,5 Milliarden Euro. Darunter befand sich aber beispielsweise auch ein Deal von Rewe Finance über eine Milliarde Euro als größter Schuldschein 2018, aber auch kleinere Deals wie drei und fünf Millionen der Stadtwerke Solingen GmbH. Zudem ist die Gesamtgröße des Schuldscheinmarktes nicht komplett bekannt. Nicht alle Deals werden von Emittenten und Banken veröffentlicht, und bei manch kleinen Private Placements gelangen die Informationen, Daten und Zahlen nicht immer an die Öffentlichkeit.

Die größten Schuldschein-Emissionen im Jahr 2018 waren:

  1. Rewe Finance (Niederlande) über 1 Mrd. Euro, mit fünf Tranchen (3Y 50-65bps, 5Y 65-80bps, 7Y 80-95bps, 10Y 100-115bps, fixed/floating)
  2. Voestalpine AG (Österreich) über 600 Mio. Euro, mit vier EUR Tranchen (5Y 70-85bps, 7Y 85-100bps, 10Y 105-120bps, fixed/floating) sowie zwei USD Tranchen (5Y 100-115bps, floating)
  3. Volkswagen Financial Services über 600 Mio. Euro und einer Laufzeit von 2 Jahren
  4. Eurofins Scientific SE (Luxemburg) über 550 Mio. Euro und vier Tranchen (4Y 95-115bps, 7Y 130-150bps, 10Y 160-180bps, fixed/floating)
  5. Pirelli (Italien) über 525 Mio. Euro in drei Tranchen (3Y 105-115bps, 5Y 125-140bps, 7Y 150-165bps)
  6. Andritz AG (Österreich) über 500 Mio. Euro in vier Tranchen (5Y 70-85bps, 7Y 90-105bps, 7,75Y 100-115bps, 10Y 115-130bps)
  7. Deutsche Post über 500 Mio. Euro und drei Tranchen (2Y 25-30bps, 3,5Y 35-40bps, 5Y 45-50bps)
  8. Hofer (Österreich) über 500 Mio. Euro in 4 EUR Tranchen (3Y 40-50bps, 5Y 50-60bps, 7Y 65-75bps, floating) und 4 USD Tranchen (3Y 80-90bps, 5Y 90-100bps, 7Y 110-120bps, floating)
  9. Lidl über 500 Mio. Euro in zwei Tranchen (5Y 65-75bps, 7Y 75-85bps)

Nach Regionen aufgeteilt flossen 2017 64,74% der Emissionserlöse an Emittenten aus Deutschland. Im Jahr 2018 waren es nur noch 53%. Der Trend ausländischer Emittenten geht auch im Jahr 2019 weiter. In den ersten beiden Monaten des Jahres stammte nur ein Volumen von 41% aus Deutschland.

Beliebte andere Länder, aus denen Schuldscheinemittenten stammen sind Österreich, die Schweiz, Frankreich, Luxemburg, Italien und die Niederlande. In den letzten Jahren waren zudem immer mehr Emittenten aus Skandinavien zu sehen, die auf dem deutschen Schuldscheinmarkt Fremdkapital aufgenommen haben. Der Schuldscheinmarkt wird damit immer vielfältiger, und im Jahr 2018 stammte bereits mehr als ein Viertel des Volumens nicht aus dem deutschsprachigen Raum.

Die Sektoren, aus denen Emittenten stammen, sind vielfach dem kapitalintensiven, produzierenden Gewerbe zuzuordnen. Aber auch das Gesundheitswesen und der Automobil-Sektor waren in den letzten Jahren immer stark vertreten.